Datenlogger für Wiedehopf und Co

Es wird langsam Frühling und die ersten Zugvögel kehren aus dem Winterquartier zurück nach Mitteleuropa. Gerne möchte wissen wo sich die Vögel aufgehalten haben und welche Strecke sie hinter sich gebracht haben. Auch die Wissenschaft untersucht das Phänomen des Vogelzugs. Insbesondere seit dem Aufkommen der Vogelgrippe hat der Vogelzug in der Öffentlichkeit das Interesse geweckt.

Das Verhalten und die Bewegungen der Vögel während dem Vogelzug war bisher mit den vorhandenen Methoden der Überwachung nur für grössere Vögel einsetzbar. Technische Lösungen für Singvögel gab es bisher nicht. Die GPS-und Telemetrie-Sensoren waren für Vögel, welche nur wenige Gramm wiegen, einfach zu schwer.

In einem gemeinsamen Projekt der Vogelwarte Sempach und der Berner Fachhochschule Technik und Informatik (BFH-TI) wurde ein Sensor entwickelt, welcher inklusive Batterie nur 1 Gramm wiegt. Dieser Geodatenlogger zeichnet die geographischen Positionen anhand der Uhrzeit und des Sonnenverlaufes auf und kann über ein Jahr lang Daten sammeln. Das dabei verwendete Prinzip der Positionsbestimmung ist seit hunderten von Jahren bekannt. Anhand der Uhrzeit und dem Zeitpunkt des Sonnenaufganges und Sonnenunterganges kann die aktuelle Position bestimmt werden.  Aus den gespeicherten Daten des Geodatenloggers kann anschliessend die Flugroute ermittelt werden.

Die Forscher der Vogelwarte erwarten mit dem Einsatz dieses Datenloggers neue Erkenntnisse über Zugrouten und Überwinterungsgebiete sowie über mögliche Gefährdungsursachen ausserhalb ihres Brutgebietes.

Die ersten Datenlogger wurden im Jahr 2009 bei Nachtigallen eingesetzt. In diesem Sommer will die Vogelwarte nun Daten von 5 weiteren Vogelarten auswerten.

weitere Informationen zum Projekt:

(Vogelwarte): Indirekte Ortung mit Geolocator

(20min.ch): Winziger Hightech-Spion überwacht Singvögel

(NZZ am Sonntag): Big Brother im Fluggepäck (PDF, via Website der BFH)

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